Chemie und UV-Aushärtung

Alle UV-aktivierten Gelprodukte basieren heute auf Acrylaten. Acrylate sind eine breite Gruppe chemischer Verbindungen, die in vielen Kunststoffen um uns herum verwendet werden. In der Nagelbranche kommen sie am häufigsten in flüssiger, unausgehärteter Form vor.

Alle unsere Gelprodukte sind UV-aktiviert und benötigen UV-Licht mit einer Wellenlänge zwischen 365 nm und 405 nm, um den Aushärtungsprozess zu starten. Die UV-Lampen von Nailster geben UV-Licht in diesen Wellenlängen ab, um eine korrekte Aushärtung zu gewährleisten.

Spektrografie und Licht

Wenn wir über Licht und seine unterschiedlichen Wellenlängen sprechen, betreten wir die Welt der Spektroskopie. Spektroskopie ist ein Verfahren, mit dem Licht anhand seiner Wellenlänge klassifiziert wird. Die Abkürzung „nm“ steht für Nanometer, und 1 Meter entspricht 1 Milliarde Nanometern. Das Licht einer gewöhnlichen Wohnzimmerlampe liegt im sichtbaren Spektrum, das von 435 bis 750 nm reicht. Zum Vergleich: Dentale Röntgenstrahlung liegt bei etwa 1 nm. Die Wellenlänge beschreibt den Abstand zwischen zwei Wellenbergen in der Strahlung. Das bedeutet, dass rotes Licht mit einer Wellenlänge von 750 nm in einem Meter bis zu eineinhalb Millionen „Wellenberge“ haben kann.

Strahlung wird in verschiedene Kategorien mit spezifischen Bezeichnungen eingeteilt, wie Röntgenstrahlung, ultraviolettes Licht, sichtbares Licht und infrarotes Licht (Letzteres wird als Wärme wahrgenommen). Das UV-Licht, das zum Aushärten von UV-Gellack verwendet wird, liegt im Wellenlängenbereich von 365 bis 405 nm und damit im ultravioletten Spektrum, das häufig als UV-A-Licht bezeichnet wird.

Es ist wichtig zu wissen, dass gewöhnliche Raumbeleuchtung unsere Produkte nicht aushärten kann. Du kannst also bedenkenlos unter einer normalen Lampe arbeiten, ohne das Risiko eines versehentlichen Aushärtens.

UV-Lampenleistung

UV-Lampen werden oft in Watt angegeben, doch das gibt kein genaues Bild der tatsächlichen UV-Leistung der Lampe. Die Wattzahl gibt in der Regel die maximale Leistungsaufnahme der Lampe an – das ist ein wenig so, als würde man die Leistung eines Autos anhand seines Kraftstoffverbrauchs beurteilen. Eine genauere Methode, eine UV-Lampe zu bewerten, ist der Blick auf ihre UV-Intensität. Da dies recht technisch sein kann, wird die UV-Intensität in der Vermarktung von UV-Lampen nur selten erwähnt.

Die Platzierung der LEDs und die Art, wie das UV-Licht im Inneren der Lampe reflektiert wird, führen dazu, dass die Intensität je nach Messpunkt in der Lampe variiert. Die Intensität ist im inneren Bereich der Lampe am höchsten, in der Mitte mittelstark und an den Seiten am niedrigsten.

Unsere Lampe hat die folgende UV-Intensität:
Innerer Bereich: 20-22 mW/cm2
Mitte: 12-16 mW/cm2
Seiten: 10-12 mW/cm2

Die „Low heat“-Funktion der Lampe startet bei einem Drittel dieser Intensität und steigt im Laufe von 99 Sekunden schrittweise an.

Sonnenlicht und dein Nagellack

Sonnenlicht kann deine Gelprodukte tatsächlich aushärten lassen. Deshalb ist es wichtig, sie lichtgeschützt aufzubewahren. Außerdem solltest du Gel Polish nicht im Freien auftragen, da direktes Sonnenlicht den Aushärtungsprozess und das Endergebnis beeinflussen kann.

UV-C: Das bakterienabtötende Licht

UV-C-Licht ist dafür bekannt, Bakterien abtöten zu können, und wird häufig zur Desinfektion im medizinischen Bereich eingesetzt. Mit dieser Art von Licht kommst du während deiner Maniküre jedoch nicht in Kontakt, da unsere Lampen so entwickelt wurden, dass sie keine UV-C-Strahlen abgeben.

UV-B: Der Schlüssel zu sonnengeküsster Haut

UV-B ist die Art von Licht, die deiner Haut ihren sommerlichen Glow verleiht, spielt beim Aushärten von Gel Polish jedoch nur eine sehr geringe Rolle. Unsere Lampen geben nur vernachlässigbare Mengen an UV-B ab.

UV-A: Das Geheimnis hinter Gel Polish

UV-A-Licht startet den Aushärtungsprozess deiner Gelprodukte. Obwohl UV-A auch mit einem erhöhten Risiko für Hautschäden, einschließlich Hautkrebs, in Verbindung gebracht wird, da es die DNA schädigen kann, ist die Menge an UV-A, der du während einer Maniküre ausgesetzt bist, sehr gering. Diese UV-A-Einwirkung lässt sich mit ein paar zusätzlichen Stunden in der Sonne vergleichen und gilt nach aktuellem Forschungsstand als minimales Risiko, wenn Gel Polish nur 1-2 Mal im Monat verwendet wird.

Für zusätzlichen Schutz kannst du beim Auftragen deiner Gelprodukte UV-schützende Handschuhe tragen. Dieser Schritt ist zwar nicht notwendig, kann dir aber zusätzlichen Schutz vor UV-Strahlen bieten, damit du deine DIY-Maniküre sicher und mit einem noch besseren Gefühl genießen kannst.

Struktur von Acrylaten

Auf chemischer Ebene sind die Acrylate in unseren Produkten eine Mischung aus

  • Monomeren: Kleine Moleküle, die sich zu längeren Ketten verbinden können.
  • Oligomeren: Kurze Molekülketten, die als Grundgerüst der Polymerstruktur dienen.
  • Photoinitiatoren: Substanzen, die bei Einwirkung von UV-Licht den Polymerisationsprozess auslösen.

Dies sind die Grundbausteine aller Acrylate und entscheidend für ihre Leistungsfähigkeit.

Unter UV-Licht werden die Photoinitiatoren aktiviert und wirken als Katalysator, sodass sich Monomere und Oligomere miteinander verbinden können. Diese Reaktion führt zur Bildung langer, vernetzter Molekülketten, die als Polymere bezeichnet werden. Durch diesen Prozess verwandelt sich die flüssige Acrylatmischung auf dem Nagel in eine harte und widerstandsfähige Schicht.

Der Aushärtungsprozess ist daher entscheidend, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Eine vollständige Aushärtung stellt sicher, dass die Polymere eine stabile Matrix gebildet haben, wodurch der UV-Gellack hart und widerstandsfähig wird. Auch wenn ein Produkt an der Oberfläche ausgehärtet erscheinen mag, ist es wichtig sicherzustellen, dass es bis in die unteren Schichten vollständig ausgehärtet ist, um Schwachstellen in der Produktstruktur zu vermeiden.

Wärmeentwicklung

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Wärme einer UV-Nagellampe die Nägel „trocknet“. Tatsächlich ist es ausschließlich das UV-Licht, das das Nagelprodukt aushärtet. Die Wärme, die du spürst, ist lediglich ein natürliches Phänomen, das entsteht, weil UV-Dioden bei der Verwendung ebenfalls Wärme erzeugen – ähnlich wie eine Glühbirne, die warm wird.

Der Aushärtungsprozess bei allen UV-Nagellacken ist exotherm. Das bedeutet, dass im Rahmen der chemischen Reaktion auf natürliche Weise eine geringe Menge Wärme freigesetzt wird. Normalerweise bemerkst du davon nichts. In bestimmten Fällen kann jedoch ein Wärmegefühl entstehen, zum Beispiel wenn eine besonders dicke Produktschicht aufgetragen wurde oder deine Nägel empfindlicher sind.

Wenn du ein verstärktes Wärmegefühl bemerkst, ist es wichtig, vorsichtig vorzugehen, damit die Anwendung angenehm bleibt. Wir empfehlen, den Aushärtungsprozess kurz zu unterbrechen und eine kleine Pause einzulegen. Um die Anwendung angenehmer zu machen, kannst du die „Low Heat“-Funktion der Lampe verwenden. Diese intelligente Einstellung startet mit einer niedrigen Intensität von etwa einem Drittel der maximalen Leistung und steigert sich innerhalb der nächsten 99 Sekunden schrittweise auf die volle Leistung. Dieser Schritt hilft, die Wärmeentwicklung zu minimieren, sodass du weiterhin auf angenehme und sichere Weise schöne Nägel kreieren kannst.

Wenn du den Aushärtungsprozess trotz wiederholter Schmerzen durch die Wärme fortsetzt, kann es in sehr extremen Fällen zu Onycholyse kommen. Das bedeutet, dass sich deine Nägel vom Nagelbett lösen können. Aus diesem Grund empfehlen wir, die Low Heat-Funktion bereits bei den geringsten Beschwerden vorsorglich zu verwenden.